| Das Museum von Slawonien ist eines der ältesten und nach der Größe des Fundus auch der bedeutendsten Musen in Kroatien. Es wurde 1877 als "Museum der freien Königsstadt Osijek", durch die Schenkung einer reichen Münz-, Waffen- und Medaillensammlung des Osijeker Antiquitätensammlers Franjo Sedlakovic gegründet.
Eine Reihe anderer Donatoren (C. F. Nuber, O. Friml-Antunovic, R. Franjetic, E. Hild, M. Zucker u.a.) vergrößern im Laufe der folgenden Jahre die Sammlungen des Museums, und ein bedeutender Teil des Materials wird im Bereich des römischen Mursa gesammelt, den bereits 1782 Matija Petar Katancic, erforschte und wissenschatlich bearbeitete, und auf diese Weise die Archäologie in diese Gebiete brachte.
Zum ersten Hüter der Sammlungen - zum Kustos wurde Andrija Kodric, Professor der klassischen Philologie ernannt, und die meisten seiner Nachfolger waren vorwiegend Lehrer an den Osijeker Gymansien, die aufgrund ihrer klassischen Ausbildung das größte Interesse für die Archäologie zeigen, so daß das Museum zu Anfang vorwiegend auf die Archäologie und Numismatik ausgerichtet war (ähnlich wie auch andere Museen zu dieser Zeit in diesem Teil Europas).
In dem neu gegründeten Museum, das sich in einem Saal des Rathauses befand, gab es Münz- und Medaillensammlungen, Bücher- uns Zeitschriftensammlung (numismatische Fachliteratur) sowie eine Waffensammlung..
Andrija Kodric schrieb über die erste Sammlung unter anderem: "...fast jeder konnte sich davon überzeugen, daß es in diesem kleinen Raum mehr interessante Gegenstände gibt als in den vielen Sälen anderer Museen ... Lokale Museen sind auch aus anderen Gründen interessant. Es kann nicht jeder in die Hauptstadt fahren, es fehlt ihm an Gelegenheiten, an Mitteln, und in diesem Fall kann man wenigstens im eigenen Insitut etwas sehen und lernen. Etwas ist besser als nichts..."
Die Räume des Museums sind mittlerweile zu klein für die immer größer werdenden Sammlungen, so daß das Museum 1888 in das neuerrichtete Gebäude der Königlichen Realschule umgesiedelt und in zwei Räumen untergebracht wird.
Interessant ist, daß am Ende des Jahrhunderts 1899 Professor Vjekoslav Celestin, der damalige "Hüter des Museums der freien Königsstadt Osijek" einen Fotoaparat kauft, fleißig Fotos macht und bereits im gleichen Jahr der Osijeker Buchhandlung Fritsche Postkarten mit reproduzierten Museumsstücken zum Verkauf anbietet.
Im Jahr 1903 beginnt mit dem Abkauf der slawonischen Kalender, die in Osijek und Pesta gedruckt wurden, das intensive Sammeln all dessen, was hier beheimatet ist, vor allem alle Arten von Druckschriften: Einladungen, Veröffentlichungen, Programme ... sowie die Schaffung von Heimatsammlungen.
Zur kulturell-geschichtlichen Ausrichtung des Museums kommt es schrittweise erst zu Beginn des Jahrhundrerts. Sie stärkte sich zunehmend mit dem Absterben der österreichisch-ungarischen Monarchie.
1933 wurde der archäologische Klub "Mursa" zum Zweck der erweiterung der Tätigkeit des Museums, dem Sammeln von Musealien und der Popularisierung der Forschungsarbeiten gegründet. Im gleichen Jahr regte "Mursa" die Veranstaltung der ersten großen öffentlichen Museumsausstellung mit kulturgeschichtlichem Material an. Es handelte sich dabei eigentlich um die erste Ausstellung des Museums, die in "historische Abschnitte" aufgeteilt war und sich in acht von den zehn Räumen befand, über die das Museum verfügte.
Da sich die Sammlungen vergrößerten wurde das Museum einige Male umgesiedelt, und seit 1946 befindet es sich in der altstadt von Osijek - Tvrda, im Gebaäude des ehemaligen Stadtmagistrats (errichtet 1702).
Dr. Franjo Buntak, der 1936 zum Kustos des Museums ernannt wurde, hat die ganze Ausstellung 1940 wieder aufgestellt und den ersten und bisher einzigen Führer durch das Museum geschrieben.
Wertvoll war auch die Initiative von Dr.Antun Bauer, der für Osijek Gemälde sammelte und 1941 die erste Galeriebesetzung im Rahmen des Museums verwirklichte. Die Galerie wird später unter dem Namen Galerie der bildenden Kunst selbständig.
Dr. Josip Bösendorfer versuchte aus der Institution "... ein organisiertes wissenschaftliches Institut mit Sammlungen, einer Bücherei und einem Archiv zu schaffen,das es ermöglichen würde die nationale Geschichte zu eerforschen". Er betont den Bedarf, drei selbständige Abteilungen zu gründen - für Archäologie, Ethnographie und Kunsthandwerk, die von Experten -Kustosen geleitet werden müßten. Dr. Bösendorfer hat 1942 die Fachschrift des Museums "Osjecki zbornik" gegründet und war Redakteur.
In der Zeit von 1945 bis 1949 wurde eine große Anzahl von Gegenständen (vor allem für die kulturgeschichtliche Sammlung: Glas, Porzullan, Möbel, Bilder u.a.) aus den Schlössern von slawonischen Adligen, vor allem aus Valpovo, Nasice und Vukovar gesammelt.
Der komplexe Fonds an vor allem heimatlichen Musealien ist heute in 9 Abteilungen zu finden (Bücherei, Hemerothek, Archäologie, Geschichte, Kunsthandwerk, Ethnographie, Numismatik, Naturwissenschat, Technik).
Das Museum besitzt mehr als 114.000 Gegenstände, und in der außergewöhnlich wertvollen Bücherei befinden sich etwa 150.000 Titel aus der Zeit vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.
Während des Krieges in Kroatien wurden die Gebäude des Museums schwer beschädigt, aber zum Glück gab es keine größeren Beschädigungen des Materials. |