Das komplexe Heimatmuseum in Nasice wurde 1974 gegründet und deckt mit seiner Tätigkeit die Stadt Nasice und ihre Umgebung.

Es befindet sich im Stadtzentrum, im 1811 errichteten Schloß der bekannten Adelsfamilie Pejacevic, das ein Kulturdenkmal der ersten Kategorie ist. Dieses einstöckige spätbarocke Schloß mit Elementen des Klassizismus befindet sich in einem weitläufigen englischen Park.

 

Im Jahr 1864 wurden die Seitentürme und der Barockeingang angebaut.

Die Besonderheit des Museums besteht in den kleinen ambientalen Kammerausstellungen, die ihm einen besonderen Reiz und Lebenskraft verleihen, und die separate thematische Einheiten darstellen.

Eine Auswahl aus der ethnographischen Sammlung, die die reichste Sammlung des Museums ist, zeigt das Innere eines typischen dreiräumigen Bauernhauses zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie die traditionelle Lebensweise dieses Gebietes. Außerdem sind volkstümliche handgemachte Gegenstände, vor allem Textilien und Holzprodukte sowie traditionelle Volksmusikinstrumente ausgestellt.

Eine separate Einheit stellt die Töpferkunst aus Fericanci dar. Dieses weitbekannte Töpferzentrum Slawoniens ist als Töpferwerkstatt mit allem notwendigen Werkzeug und Zubehör sowie einer reichen Auswahl an Produkten dargestellt.

Die Geschichte des Gebietes von Nasice wird durch die archäologischen Funde sowie das auf diesem Gebiet gefundene geschichtliche und kulturgeschichtliche Material vorgestellt.

Bedeutenden Persönlichkeiten, die in Nasice oder Umgebung geboren wurden: Izidor Krsnjavi, Dora Pejacevic, Hinko Juhn und Mato Benkovic wurden Gedenkzimmer gewidmet. Auch die Galerie “Izidor Krsnjavi” ist ein Bestandteil des Museums. Die ständige Ausstellung dieser Galerie besteht aus einer Auswahl von Künstlern, die durch ihre Geburt, Abstammung, Aufenthalt oder Tätigkeit mit diesem Gebiet verbunden sind. Hier sind auch die Werke jener Künstler ausgestellt, die Teilnehmer der Künstlerkolonie “Hinko Juhn” sind. Im großen Salon des Schloßes werden zeitweise Gemälde-Ausstellungen organisiert.

Geplant ist die Aufstellung einer Jagd- und Mineralogiesammlung, für die es bereits Material gibt, außerdem wird auch die Sammlung der Familie Pejacevic vorbereitet.

Seit der Gründung des Museums hat sich vor allem Prof. Ivana Jurkovic, die bis zur ihrer Pensionierung auch Leiterin des Museums war, durch ihre Arbeit und das Sammeln von Material, insbesondere für die ethnographische Sammlung, hervorgehoben.


 

Park

Der riesige englische Garten, der sich um das Schloß befindet, war zu Beginn nur in unmittelbarer Nähe des Gebäudes angelegt. Später um 1864 wurde er zum Bach erweitert und mit einem Kunstsee in Form eines Schwanes bereichert.

Es überwiegen Stieleichen und Schwarzbuchen mit zahlreichen sehr alten autochthonen Elementen (es gibt mehr als 300 Jahre alte Stieleichen).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1909) wurde im Park noch ein neues Schloß nach dem Vorbild des Potsdamer Sanssouci gebaut. Um dieses Schloß befand sich ein im französischen Stil angelegter Park, aus dem man über angelegte Pfade in den großen Park kam, der beide Schlösser umgab und verband.


 

Familie Pejacevic

Die Familie Pejacevic aus Virovitica war eine der ältesten und nobelsten Adelsfamilien Slawoniens, wohin sie aus Bulgarien kamen. Im Jahr 1696 gab Kaiser Leopold I. Petar Pejacevic den Adelstitel des Hl. Römischen reiches. Später trennte sich die Familie Pejacevic in zwei Linien: die rumänische und die von Nasice. Die Linie aus Nasice brachte zwei Banus hervor: Ladislav und Teodor sowie die erste kroatische Komponistin Dora Pejacevic.


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