Hinko Juhn, Bildhauer und Keramiker,
wurde 1891 in Podgorac bei Nasice geboren und starb 1940 in Zagreb.
In Zagreb beendete er die Handwerks- und die Höhere Schule
für Kunst und Handwerk in der Klasse von Prof. R. Franges
und R. Valdec. Er bildete sich an der Internationalen Akademie
in Florenz fort, wo er 1912 seine erste Ausstellung hatte und
in Wien an der Schule für Kunsthandwerk, wo er die Keramikkunst
spezialisierte.
In der Zeit von 1921-1924 gründete und leitete
er die Abteilung für Keramik an der Akademie der bildenden
Künste und dann an der Schule für Handwerk.
Er hob sich durch seine pädagogische Tätigkeit
hervor, und seinen Studenten vermittelte er auch die Erfahrungen
europäischer Keramiker, deren Arbeit er in Zeitschriften
verfolgte und sie so kennenlernte. Seine Schüler lehrte er
vor allem Modellieren, während er die Bedeutung des Designs
und der Technologie vernachlässigte.
Gerade dank Hinko Juhn wurde die Keramik populär
und bald danach etablierte sich sich auch in Kroatien als Kunst.
Juhn
war Meister der kleinen Plastiken, und die häufigsten Themen
seiner Skulpturen war Frauenakte. Seine Werke spiegeln die allgemeinen
Charakteristiken der Plastik aus den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts
wider. In ihnen sind die Einflüsse des modifizierten Expressionismus
zu sehen, der teilweise auch die Formen und die Weichheit der
Plastiken von Maillol annimmt.
Er fertigte auch Gebrauchsgegenstände aus
Keramik an. Außer den Techniken, die er anwandte (Terrakotte,
Majolika, Fayance, Porzellan), sind auch seine Bemühungen
interessant, bei den Gebrauchsgegenständen zu variieren und
Neuheiten bezüglich der Form einzubringen.
Bekannt ist das Keramikfries, das er zusammen
mit Blanka Duzanec für die Weltausstellung 1929 in Barcelona
anfertigte, und er arbeitete auch mit den Architekten Baranyai
und Benedik bei der Ausarbeitung von Innendesigns für Interieurs
zusammen.