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Der typologische Schrank gehört zum Formenrepertoire des Biedermeier mit betonter klassizistischer Komponente. Seine Proportionen sind harmonisch und die Linien der Umrisse streng. Die nach der Komposition der Bestandteile und nach der Art der Bearbeitung so konzipierten Schränke sind zu dieser Zeit in ganz Europa anzutreffen. Ihr Ursprung ist in den Formen der barocken sog. Fassadenschränke zu suchen, bei denen die vordere Fläche architektonisch gegliedert und mit reichen Schnitzereien und Intarsien verziert ist. Neben den strengen tektonischen Formen des Körpers bringt der Meister auch typische Biedermeierqualitäten ein: den Sinn für das Bizarre, Romantische und Sentimentale. Deshalb hat er in das Innere des Sekretärs auf der Klapplatte des mittleren Faches das Bild einer romantischen Landschaft mit einkomponiert (Bauernhaus am Flußufer, im Hintergrund ist die Stadt nur schwach zu erkennen), und auch die zur Zeit des Biedermeier typische Widmung "Zum Andenken" steht am oberen Rand der Klapplatte geschrieben. Charakteristisch ist auch die Verwendung von Geheimfächern (im unteren Teil der Säulen). Die Gestaltungskonzeption des Schrankes, die Harmonie der Proportionen, die Bearbeitung der furnierten Platten und Details, die meisterlich genutzten koloristischen Verhältnisse (warmer brauner Ton des Nußholzes, betonte Vertikale des schwarz gefärbten Holzes, diskrete Vergoldung) zeugen von der großen technischen Fertigkeit und der Sensibilität des Meisters Antun Goger. Antun Goger, Obmann der Tischlerzunft aus Varazdin. Er stellt Möbel für die Zeichenschule in Varazdin (1857), für das rathaus (1857) und das neue Theater (Anfang der 70-er Jahre des 19. Jahrhunderts) her. Nach dem Tod von Goger im Jahre 1873 setzten einige Generationen seiner Familie die Arbeit in der Werkstatt fort bis ins 20. Jahrhundert. Im Fundus des MUO befindet sich auch seine Salongarnitur aus schwar gefärbtem Holz. |
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