Das Ethnographische Museum in Zagreb besitzt die in Kroatien größten und wertvollsten Sammlungen von Gegenständen, die aus den außereuropäischen Traditionskulturen stammen. Sie enthalten etwa 500 Gegenstände aus allen Kontinenten. Die wertvollsten und vollständigsten Sammlungen stammen aus Südamerika (Brasilien und Paraguay), Afrika (Kongo und Äthiopien), Asien (Bengal, Japan, China), Australien und Melanesien. Die Gegenstände sind aus den verschiedensten Materialien gefertigt: Textilien, Holz, Metall, Leder, Papier, Elfenbein und Stoffe pflanzlichen Ursprungs. Ihre Anwendungsgebiete sind ebenfalls sehr unterschiedlich, so daß unter anderem zahlreiche Bekleidungsstücke, Haushaltsgegenstände, Waffen, Werkzeuge, Nutzgegenstände, Schmuck, Musikinstrumente und Gegenstände religiösen Charakters u.a. anzutreffen sind.
Die Gründung der Abteilung ist mit der Gründung und der Entwicklung des Museums und der Museumstätigkeit in Kroatien verbunden.
Die meisten Gegenstände wurden aufgrund des Verdienstes und durch Schenkungen von Personen kroatischer Abstammung im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gesammelt.
Einen bedeutende Platz unter ihnen nimmt Dragutin Lerman aus Pozega ein, der zwischen 1882 und 1896 mit einigen Unterbrechungen im damaligen Belgischen Kongo lebte und arbeitete, wo er eine große Anzahl von authentischen und wertvollen Gegenständen sammelte, die er dem Volksmuseum schenkte. Heute ist die Lerman-Sammlung der wertvollste Teil der Abteilung, nicht nur zahlenmäßig und aufgrund des Alters der Gegenstände, sondern auch wegen dem Allumfassenden, durch das die materielle Kultur der Einheimischen in Mittelafrika erläutert wird. Als besonders wertvolle Gegenstände, die sich nach ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung mit ähnlichen in anderen europäischen Museen messen können, heben sich zahlreiche Holzskulpturen, Waffen, Kleidungstücke, Gebrauchssgegenstände und Musikinstrumente hervor.
Lerman war unter anderem Mitglied der Expedition von Henry Morton Stanley, und später war er Gouverneur der Provinz Ost-Kongo. Er führte Tagebuch über sein Leben und seine Arbeit in Kongo, und hinterließ eine umfassende Korrespodenz.
Die aus Karlovac stammenden Brüder Stevo und Mirko Seljan haben Ende des 19. Jahrhunderts unbekannte Gebiete Ostafrikas und Südamerikas erforscht. Ihr erstes gemeinsames Unterfangen waren die Forschungen an den Rudolf- und Stefanie-Seen in Afrika. Für die während ihres Äthipien-Aufenthaltes geleisteten Verdienste hat ihnen der äthiopische Kaiser Menelik die Orden des Äthipischen Sterns und das Salomon-Kreuz verliehen. Später haben sie in Südamerika neben ihrer Arbeit mit den kroatischen Aussiedlern eine reiche Sammlung von Gegenständen der einheimischen Stämme aus dem Gebiet Matto Grossa und Paraguay zusammengetragen.
Von den wichtigen Donatoren ist noch Tibor Sekelj, Esperantist und Ethnolog-Forscher, zu erwähnen, der in den fünfzigern und sechzigern Jahren dieses Jahrhunderts durdch Südamerika, Australien und Melanesien reiste. Heute ist seine reiche Sammlung im Museum ausgestellt.
Die weltbekannte Opernsängerin Milka Trnina hat dem Museum eine reiche Sammlung japanischer Kunstwerke hinterlassen. Diese Gegenständen hat ihr der berühmte Japanologe und Besitzer einer der größten und besten Sammlungen japanischer Kunst in den USA, J. Bigelow aus Boston zu Beginn der Jahrhunderts als Zeichen seiner Freundschaft geschenkt.
Die Gegenstände sind gemäß ihrer geographischen Zugehörigkeit (Ostafrika, Kongo, Südafrika, Indien und Südostasien, Ozeanien, Melanesien, Azstralien, China, Japan und Südamerika) geordnet und ausgestellt, und innerhalb der Vitrinen sind sie themenmäßig geordnet.